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Vielfalt als Gesundheitsfaktor: Mehr als nur Geschmack
Die letzte Gemüsekiste aus dem biogartl war voller gesunder Senfölglykoside (Glucosinolate), die in den Kreuzblütlergewächsen Blattsenf, Federkohl, Pak Choi, Blattkohl und Bremer Scheerkohl vorkommen.
Warum ist diese Vielfalt, die das biogartl bietet, für unsere Gesundheit so wichtig? Reicht es nicht aus, regelmäßig Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln zu essen?
Die Vielfalt der Gemüsesorten bringt nicht nur geschmackliche Abwechslung, sondern ist auch aus gesundheitlicher Sicht von unschätzbarem Wert. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Carotinoide und Glucosinolate, die in verschiedenen Gemüsesorten vorkommen, haben antioxidative, entzündungshemmende und krebspräventive Eigenschaften.
Studien zeigen, dass eine bunte und vielfältige Ernährung die Wahrscheinlichkeit chronischer Erkrankungen erheblich reduziert. So stellte eine im European Journal of Nutrition veröffentlichte Studie fest, dass Menschen, die regelmäßig verschiedene Gemüse- und Obstsorten konsumieren, ein bis zu 30% geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
Ein weiterer Vorteil der wöchentlichen Erntekiste liegt in der „angenehmen Vielfalt“: Selbst Gemüsesorten, die man nicht regelmäßig kaufen würde, weil sie geschmacklich nicht zu den persönlichen Favoriten zählen, finden ihren Weg auf den Teller. Dies eröffnet uns biogartlern, die gesundheitlichen Vorteile dieser weniger beliebten Sorten zu nutzen. Wenn es erst einmal nicht so schmeckt, dann freuen wir uns einfach über den gesundheitlichen Nutzen einer Gemüsekultur. Zum Beispiel enthalten Kohlsorten wie Grünkohl, Weißkohl oder Rosenkohl bzw. auch andere Kreuzblütlergewächse wie Rucola oder Rettich hohe Mengen an Sulforaphan, einem Stoff, der nachweislich das Risiko bestimmter Krebsarten senken kann (Cancer Prevention Research, 2014). Nach dem Motto „Je bunter, desto gesünder“ profitiert man von der gesamten Bandbreite an Nährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die die Natur zu bieten hat.
Darüber hinaus stärkt eine abwechslungsreiche Ernährung das Mikrobiom im Darm, das als „zweites Gehirn“ gilt und wesentlichen Einfluss auf Immunsystem, Stoffwechsel und mentale Gesundheit hat. Eine Studie, die 2018 in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht wurde, zeigte, dass Menschen, die 30 oder mehr verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche konsumieren, eine deutlich größere Diversität ihres Darmmikrobioms aufweisen als solche, die weniger Vielfalt zu sich nehmen. Diese Diversität steht in direktem Zusammenhang mit einer besseren Gesundheit und einem geringeren Risiko für entzündliche Erkrankungen.
Indem wir biogartler regelmäßig neue Gemüsesorten ausprobieren und in unseren Speiseplan integrieren, stärken wir nicht nur unser eigenes Mikrobiom und unsere Gesundheit, sondern fördern auch eine bewusste und nachhaltige Ernährungsweise. Diese Vielfalt ist ein zentraler Gesundheitswert, den der Einkauf auf Wochenmärkten oder in Supermärkten, wo meist nur bekannte oder bevorzugte Sorten gekauft werden, nicht bieten kann. Ein Ernteanteil aus dem biogartl ist daher ein wichtiger Beitrag zur eigenen Gesundheit und zur Förderung einer vielfältigen, nachhaltigen Ernährungskultur.

Berg, G., Grube, M., Schloter, M., & Smalla, K. (2014). The plant microbiome and its importance for plant and human health. Frontiers in Microbiology.

Boeing, H., et al. (2012). Critical review: vegetables and fruits in the prevention of chronic diseases. European Journal of Nutrition, 51(6), 637-663.

Grassberger, M. (2019). Das leise Sterben: Warum wir eine landwirtschaftliche Revolution brauchen, um eine gesunde Zukunft zu haben. Residenz Verlag.

Higdon, J. V., & Delage, B. (2007). Cruciferous vegetables and human cancer risk: epidemiologic evidence and mechanistic basis. Pharmacological Research, 55(3), 224-236.

Micha, R., et al. (2017). Association Between Dietary Factors and Mortality from Heart Disease, Stroke, and Type 2 Diabetes in the United States. JAMA, 317(9), 912-924.

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